Putenfleisch als gesunde Alternative
Nicht zufällig hat Herr Straub für sein Rezept der Woche Truthahn gewählt, denn wenn es auch nicht gerade erfreulich für die Truthähne ist, steigt der Bedarf an diesem köstlichen Genuss dennoch ständig aufs Neue. Die Lust der Konsumenten auf das leckere Federvieh, hat aber auch seine guten Gründe. Besonders Gesundheitsfanatiker bestätigen die Aktualität des aktuellen und sehr fettarmen Fleischs der Pute, das als Alternative zu anderen Sorten mit Nachdruck über die Ladentische in die Backöfen und Kochtöpfe reist. Obwohl das Fleisch der Pute eiweißreich und fettarm ist, sollte man beim Einkauf dessen ungeachtet gewissenhaft darauf achten, woher es kommt und auf welche Weise es verarbeitet wurde. Putenfleisch gehört nämlich zu den am meisten verseuchten Fleischarten, vor allem dann, wenn es aus der Massentierhaltung stammt.
Die Arbeitsweisen der Fütterung der aufgrund der gestiegenen Kauflust tonnenweise gezüchteten Tiere ähneln Rezepten für Medikamente. Neben Kokzidiostatika wie Monensin, Amprolium oder Robenidin sind darüber hinaus nahezu immer auch Antibiotika unter den Nahrungsergänzungen, die zugefüttert werden. Außerdem favorisieren die Konsumenten in erster Linie die Brust der begehrten Puten. Diese Bevorzugung ist unter anderem dafür verantwortlich, dass man den Tieren überdimensionale Brüste anzüchtet und sie mästet so weit es geht. Während früher eine durchschnittliche Pute ungefähr 12 Kilogramm wog, sind es heute bis zu 24. Dieses Übergewicht macht den Puten das Leben so schwer, dass sie während der letzten Phase ihres Lebens noch eine extra Dosis Antibiotika bekommen müssen. Bis heute hat das Tierschutzgesetz zwar einige Rahmenbedingungen festgelegt, für die Sicherheit der Tiere und der Konsumenten ist damit aber noch lange nicht genug geschehen.
Dessen ungeachtet ist nicht jede Pute so extrem verseucht, sondern ganz im Gegenteil ein gesundes und energielieferndes Nahrungsmittel. Nach und nach kommt nämlich auch das Geschäft mit den so genannten Ökoputen in Gang. Beispielsweise setzt sich zunehmend die altbekannte und dazu ausgesprochen widerstandsfähige Kelly-Bronze-Pute aus Großbritannien mehr und mehr durch. Diese Puten werden nachweisbar mit Öko-Getreide gefüttert und ohne das ansonsten zum Standard zählende Sojaschrot gezüchtet. Obendrein ist es ihnen sogar erlaubt, im Freien herumzulaufen. Die aus diesem Grund sehr widerstandsfähigen und lebensfrohen „Kellys“ halten Regen und Kälte problemlos durch und benötigen aus diesem Grund auch keinerlei vorbeugende Medikation.
Freilich müssen Sie für eine Öko-Pute auch mehr bezahlen, denn eine artgerechte Haltung ist teurer als die Zucht in Massentierform. Die Ökoputen gedeihen nämlich langsamer und kommen daher auch mit einem niedrigeren Gewicht in den Handel. Unglücklicherweise beträgt zurzeit der Verbrauch der Öko-Puten nur ein Prozent des Gesamtverbrauchs. Trotzdem findet man immer häufiger die gesunden Tiere auch in einschlägigen Bio-Geschäften. Achten Sie daher ganz besonders auf die beiden Zusätze "biologisch" und "ökologisch". Herr Straub tut dies in jedem Fall, damit Sie in unseren Filialen keine ungesunden Truthähne vorgesetzt bekommen.
Dr. Günter Heidinger